Spezies der Woche #3 (KW7-2020) Der Biber

Spezies der Woche #3 (KW7-2020) Der Biber

Verbreitungsstatus  Extrem selten, aber steigende Tendenz
Restvorkommen  Westerwald, Schwarzbach, Bad Dürkheim,
Letzte Sichtung in Rlp  Aktuelle Sichtungen
Lebensraum Langsam fließende Gewässer mit starker Ufervegetation
Bedrohung Früher: Jagd, heute: Bauvorhaben in Ufernähe

Mehr Infos:

Der Biber ist eine der wenigen Tierarten, die sich seit der letzten Aufstellung der Roten Liste sehr erfreulich entwickeln. Der europäische Biber galt noch im letzten Jahrzehnt in Rheinland-Pfalz als ausgestorben. Insbesondere durch die Jagd war sein Bestand historisch niedrig und zuletzt vollständig erloschen. Durch engagierte Wiederansiedelungsprojekte in Frankreich und Belgien hat sich der dortige Bestand stabilisiert. Junge Biber  wandern auf der Suche nach einem neuen Zuhause von dort durch die grenzüberschreitenden Gewässer wie Rhein, Moder, Blies und Schwarzbach wieder nach Rheinland-Pfalz ein. Derzeit gibt es Biberfamilien im Hunsrück, im Westerwald, bei Zweibrücken und bei Bad Dürkheim. In Bayern hat sich der Bestand sogar so gut erholt, dass der Biber vollständig von der Roten Liste genommen werden konnte.

Der Biber ist auf langsam fließende Gewässer mit auwaldähnlicher Ufervegetation aus Weide, Esche, Birke oder Erle angewiesen, um seine Biberburg zu bauen. Er ist sehr ortstreu und wechselt nur in absoluten Notfällen sein Revier. Jungtiere wandern ab, wenn die Familie zu groß wird. Der Eingang zur Biberburg soll geschützt unter der Wasseroberfläche liegen, daher versucht der Biber, Wasser zu stauen und einen Bibersee anzulegen, wenn ihm der Wasserstand zu niedrig erscheint. Hier kann es zu Konflikten mit Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Gebäuden in unmittelbarer Wassernähe kommen. Durch Abstandsregelungen und Schutzmaßnahmen sind ernsthafte Probleme aber selten. Durch den Bau von Dämmen hält der Biber mehr Wasser in der Fläche und hilft dabei beim Hochwasserschutz tatkräftig mit.

Politisch notwendig:

  • Keine Baugenehmigungen in Hochwasserschutzgebieten und in unmittelbarer Gewässernähe
  • Konsequente Einhaltung von Gewässerrandstreifen , bei Bibervorkommen idealerweise 20 m
  • Finanzieller Ausgleich für Bäuerinnen und Bauern für Gewässerrandstreifen

Weitere Infos zum Biber:

www.biber-rlp.de

 

 

Beitrag erstellt in Ökologie, Spezies der Woche, Umwelt

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