Spezies der Woche #52 – Hornmieren-Blütenspanner

Der Hornmieren-Blütenspanner, der auch Zwerg-Blütenspanner genannt wird, ist ein wirklich kleiner Schmetterling; er ist gerade mal so groß wie eine Zwei-Cent-Münze. Eine weitere Besonderheit ist sein Aktivitätsmuster: als einziger mitteleuropäischer Blütenspanner ist er tagaktiv.

Verbreitungsstatus Ausgestorben in Rheinland-Pfalz
Restvorkommen Einzelexemplare in NRW in Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Sibirien, östliches Russland, Alaska und Neufundland
Letzte Sichtung in Rheinland-Pfalz 1973 bei Hördt
Lebensraum Feuchte, lichte Wälder, Moore
Bedrohung Klimawandel

Der Hornmieren-Blütenspanner ist mit 12 bis 18 mm einer der kleinsten heimischen Schmetterlinge. Die Flügel sind von graubrauner bis rotbrauner Grundfarbe. Frisch geschlüpfte Exemplare zeigen oftmals einen leichten Kupferton.

Die Hornmieren heißt in Wirklichkeit „gewöhnliches Hornkraut“( Cerastium fonanum) und gehört, wie die Vogelmiere (Stellaria media) zu den Nelkengewächsen. Das Hornkraut sieht den Vogelmieren auch sehr ähnlich, daher war Hornmiere früher der gebräuchliche Name. Entsprechend wurde der Falter benannt und wird auch heute in der Roten Liste noch so geführt. Da das botanisch aber unsauber ist, heißt er in neueren Texten „Zwerg-Blütenspanner“.

Die Raupen ernähren sich ausschließlich von Nelkengewächsen wie dem namensgebenden Hornkraut oder der Moor-Sternmiere. Teilweise leben sie sogar in den Nelkenkapseln. Diese Pflanzen bevorzugen einen sehr feuchten bis moorigen Lebensraum, ein Verlust von Mooren führt auch zu einem Verlust der darauf angewiesenen Pflanzen und Tiere. 75 % der europäischen Moore sind in keinen guten ökologischen Zustand. Moore weisen auf der europäischen Roten Liste der gefährdeten Lebensräume die die höchste Gefährdung auf. Obwohl die verpuppte Raupe des Hornmieren-Blütenspanners bis zu dreimal überwintern kann, um ein gutes Jahr zur Weiterentwicklung abzuwarten, schwindet deren Zahlstetig.

In Rheinland-Pfalz sind neben dem Hornmieren-Blütenspanner etliche andere Blütenspanner ausgestorben: Silgen-Blütenspanner, Bergwald-Goldruten-Blütenspanner, Melden-Blütenspanner, Gänsefuß-Blütenspanner, Zahntrost-Blütenspanner.

Politisch notwendig:

  • Umfassender Schutz und Renaturierung von Mooren
  • Forschung und Förderung von moorfreundlicher Landwirtschaft
  • Beendigung des Torfabbaus in Europa

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Bild: Von Ilia Ustyantsev from Russia – Eupithecia pygmaeata – Marsh pug – Цветочная пяденица ясколковая, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74590040