Spezies der Woche #56 – Die gewöhnliche Schachblume

Die Schachblume wird auch als Schachbrettblume oder Kiebitzei bezeichnet. Ihr Name erschließt sich schnell, wenn man ihre Blüten sieht: Sie zeigen ein schachbrettartiges Muster, meist in einem dunkleren und einem helleren Purpurton. Es gibt aber auch eine weiße Schachbrettblume, bei der das typische Muster als Schattierung noch gut zu erkennen ist.

Verbreitungsstatus Ausgestorben in Rheinland-Pfalz
Restvorkommen Botanischer Garten Mainz, Mecklenburg, Spessart
Letzte Sichtung in Rheinland-Pfalz 1994 Saarburg
Lebensraum Magere, sumpfige, aber sonnige Wiesen
Bedrohung Trockenlegung, Überdüngung, Klimawandel

Die zu den Liliengewächsen zählende Art stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet und Vorderasien. Von dort wurde sie vermutlich im 16. Jahrhundert als Gartenpflanze nach Mitteleuropa gebracht. Im 17. Jahrhundert gehörte sie zu den beliebtesten Zierpflanzen der Barockgärten, geriet aber im Laufe des 19.Jahrhunderts  aus der Mode. Im Spessart finden jährlich zur Blütezeit Ende April in Obersinn und in Altengronau Schachblumenfeste mit Führungen statt.

Als ökologische Voraussetzung benötigt sie luftarme, mäßig stickstoffreiche, neutrale Lehm- und Tonböden. Die Schachblume ist in Deutschland durch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume, wie Feucht- und Nasswiesen, Auenwälder und Flussauen stark gefährdet. Die Pflanze reagiert empfindlich auf Gülledüngung, Entwässerung und eine zu frühe Mahd und ist heute nur noch an der hessisch-bayrischen Grenze und bei Hamburg in größeren Beständen zu finden.

Die Schachblumensamen enthalten kleine Hohlräume und können so durch Überschwemmungen oder auf Wasserläufen schwimmend transportiert werden, außerdem bilden die Pflanzen kleine Brutzwiebeln. Letzte Wildbestände dürfen auf keinen Fall ausgegraben werden. Viele Gärtnereien bieten seit einigen Jahren Nachzuchten in vielen Farben, von Weiß bis Violettgrau, für den heimischen Garten an.

Politisch notwendig:

  • Förderung von Vernässung und Wiesenbewässerung
  • Wirksame Verhinderung von Überdüngung

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Bild: Von H. Zell – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10152536