Spezies der Woche #9 (KW12/2020) – Dolden-Winterlieb

Spezies der Woche #9 (KW12/2020) – Dolden-Winterlieb

Bild: Von Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=378261

Verbreitungsstatus In Rheinland-Pfalz ausgestorben
Restvorkommen Brandenburg, Bayern
Letzte Sichtung in Rheinland-Pfalz Mainzer Sand, (2011 Wiesbaden)
Lebensraum nährstoffarme schattige Sandböden, meist in Kiefernwäldern
Bedrohung Klimawandel, Nährstoffeintrag, Habitatverlust

Mehr Infos:

Der Dolden-Winterlieb ist ein immergrüner, am Grunde verholzender Zwergstrauch, der teilweise ganze Teppiche ausbildet. Ältere Triebe tragen ein bis vier Blütenschäfte mit endständigen Doldentrauben aus zwei bis sieben nickenden Blüten, die an günstigen Standorten ganze Blumenteppiche bilden. Weil die Pflanze auch im Winter grün bleibt, unterstellt man der Pflanze eine besondere Vorliebe für den Winter.

Das Winterlieb ist auf halbschattige nährstoffarme, mäßig trockene Standorte angewiesen und trocken-heiße Sommer können die Blumenteppiche vollkommen zerstören. Im Boden geht das Winterlieb eine Symbiose mit Wurzelpilzen ein, die ihrerseits mit Gehölzen vernetzt sind (Mykorrhiza). In dieser Ernährungsgemeinschaft bekommt es Stickstoff, aber auch Kohlenstoff geliefert und kann auch nährstoffarme Böden besiedeln sowie in schattige Bereiche vordringen, in denen es ohne den Pilz-Partner nicht leben könnte

Aufgrund seiner glykosidhaltigen Blätter, in denen Arbutin und Urson nachgewiesen wurde, ist das Winterlieb gerne als Heilpflanze bei Nieren- und Blasenleiden verwendet worden. Die Blüten werden durch Insekten bestäubt, können sich aber auch selbst bestäuben. Wahrscheinlich wegen der Symbiose mit Wurzelpilzen ist die Nachzucht aus Saatgut bisher nicht gelungen.

Politisch notwendig:
• Klimaschutz
• Verringerung des Stickstoffeintrags über Luftschadstoffe
• Lebensraumerhalt, schonende Waldbewirtschaftung

Beitrag erstellt in Spezies der Woche

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