Spezies der Woche #2 (KW6-2020): Der Ginster-Bläuling

 

Verbreitungsstatus In Rheinland-Pfalz ausgestorben
Restvorkommen Wenige Tiere bei Karlsruhe und München
Letzte Sichtung in Rheinland-Pfalz 1981, Langenberg
Lebensraum kalkige und saure Magerrasen
Bedrohung Düngung, Verbuschung, Eutrophierung des Lebensraums

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Der Ginster-Bläuling zeichnet sich durch eine blaue, metallische Oberseite und einen orangenen Streifen auf der Unterseite mit speziellem Fleckenmuster aus. Er lebt auf besonntem, lückig bewachsenem Magerrasen und Schotterboden. Seine Raupen fressen vor allem Ginster; daher der Name.
Die Raupen aller Bläulinge haben verschiedene Strategien entwickelt, damit ihnen Ameisen helfen. Die Raupen der Ginster-Bläulinge scheiden ein süßes Sekret aus, den sogenannten Honigtau, den die Ameisen gerne fressen. Im Gegenzug beschützen die Ameisen die Raupen und bringen sie zur Verpuppung in ihr Ameisennest. Die besonders rabiaten Sklavenameisen und die Ginster-Bläulinge arbeiten am häufigsten miteinander.

Der Ginster-Bläuling leidet neben anderen Bläulingsarten (wie Storchenschnabel-Bläuling, Wundklee-Bläuling, Esparsetten-Bläuling, Streifen-Bläuling) unter einem großflächigen Rückgang seines Lebensraums. Alle genannten Arten bevorzugen kalkigen oder sauren Magerrasen mit lückigem Bewuchs. Die sonnigen, kahlen Stellen sind bevorzugter Lebensraum der Ameisen und damit auch des Bläulings. Die Magerrasen wurden aber in der Vergangenheit häufig gedüngt und in Äcker oder Wald umgewandelt. Die weitgehende Aufgabe der Wanderschäferei führt häufig zur Verbuschung der Flächen. Durch kontinuierliche Düngung aus der Luft, insbesondere durch Kraftwerks- und Dieselabgase, werden die Böden mit Stickstoff angereichert, der die Pflanzenzusammensetzung verändert: „Opportunisten“ wachsen bei Stickstoffgabe schneller und verdrängen „Spezialisten“, die sich nur auf nährstoffarmen Standorten durchsetzen können.

Fast die Hälfte der europäischen Schmetterlingsarten leben auf Magerrasen. Daher kümmern sich viele Naturschützerinnen und Naturschützer intensiv um die übriggebliebenen Flächen.

Politisch notwendig:
• Wirksame Maßnahmen zur Verringerung des Stickoxidausstoßes im Energie- und Verkehrsbereich
• Stabilisierung der globalen Erwärmung
• Agrarsubventionen für nachhaltige Landwirtschaft, Biotoppflege und Tierhaltung
• Unterstützung der Wanderschäferei
Foto:Bläulinge, oben: Männchen, unten: Weibchen, Fotograf : Harald Süpfle

 

Eine Übersicht über alle Spezies der Woche findet ihr hier.