Verbraucherschutz trotz Lobbydruck: EU-Parlament stoppt Freibrief für krebserregende Chemikalien in Kosmetika

Strasbourg, 29.04.2026

Pressemitteilung
Verbraucherschutz trotz Lobbydruck: EU-Parlament stoppt Freibrief für krebserregende Chemikalien in Kosmetika

Zur Ablehnung zentraler Teile des Chemie-Omnibus durch das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten, äußert sich die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Europäischen Parlament, Jutta Paulus:

“Wenn ich im Supermarkt eine Sonnencreme für mein Kind in die Hand nehme, dann erwarte ich, dass sie nicht gesundheitsschädlich ist, ganz ohne Lupe und ohne Chemiestudium.

Europa wird nicht stärker, wenn Warnhinweise kleiner und Risiken größer werden. Und schon gar nicht, wenn unter dem Label „Vereinfachung“ am Ende der Schutz der Menschen im Alltag ausgehöhlt wird.

Dass das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten die Deregulierungswut in zentralen Punkten gestoppt haben, ist absolut richtig und wichtig. Es zeigt: Wenn der Abbau von Standards zu krass wird, setzt sich der Schutz der Verbraucher:innen noch durch. Aber es bleibt ein deutliches Warnsignal: Diese Kommission versucht wiederholt, Regulierungen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit dort zu beseitigen, wo sie unbequem für Lobbyinteressen werden, selbst wenn es um Kinderprodukte und Krebsrisiken geht.

Worum ging es konkret? Stoffe, die im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen oder das Hormonsystem zu stören, hätten viel länger in Cremes, Shampoos oder Make-up verwendet werden dürfen, während gleichzeitig die klaren Warnhinweise im Alltag abgeschwächt worden wären. Das ist kein Detail, das ist ein reales Risiko im Badezimmer und im Supermarktregal. Das ist kein Bürokratieabbau. Das ist ein Angriff auf den alltäglichen Gesundheitsschutz zugunsten von Industrieinteressen.”