Keine Kohle für die Kohle!!-  Global Divestment Day

Keine Kohle für die Kohle!!- Global Divestment Day

Am 13 Februar 2015 wurde der erste Global Divestment Day ins Leben gerufen, angestoßen durch die Fossil-Free-Bewegung in den USA, deren bekanntester Vertreter Bill McKibben 2012 den berühmten „do the math“ Artikel verfasst hat.

Ziel dieses Aktionstags ist es, Institutionen wie Regierungen, religiöse Vereinigungen und (in den USA oft private) Universitäten sowie Finanzunternehmen aufzufordern, jegliche Investitionen in fossile oder umweltzerstörende Projekte einzustellen.

Nicht nur aus ethischen Gründen, sondern weil mindestens zwei Drittel der „Aktiva“ der fossilen Konzerne wertlos sind, wenn das Pariser Abkommen eingehalten wird. Denn die in den Büchern stehenden Kohle-, Öl- und Gasressourcen müssen dann genau da bleiben, wo sie jetzt sind: im Boden.

Zu diesem Anlass habe ich einen Musterbrief entworfen, den Ihr gerne an Eure eigene Bank schicken könnt. Auch Anbieter von Lebensversicherungen oder sonstigen Anlagen zur Altersvorsorge sind dankbare Empfänger.

Happy Divestment Day!

 

Weitere Infos zur Divestment – Bewegung: https://www.jutta-paulus.de/eine-uebersicht-ueber-die-divestment-bewegung

Word zum Download:

2020_02_12 Musterbrief Taxonomie an Banken_ju (002)

Musterbrief:

Ihr Portfolio

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die rasch fortschreitende Klimakrise beunruhigt mich sehr. Daher empfinde ich es als moralisch falsch, in Unternehmen zu investieren, deren Geschäftsmodelle das Verbrennen von noch mehr Öl, Gas und Kohle beinhalten.

 

Zu diesem ethischen Punkt, über den man vielleicht geteilter Ansicht sein kann, gesellt sich aber die Sorge, ob mein Geld bei Ihnen sicher angelegt ist. Denn die „Kohlenstoffblase“ wird unausweichlich platzen, früher oder später: Ihnen ist sicherlich bekannt, dass in den Büchern fossiler Unternehmen erheblich mehr fossile Ressourcen stehen als verbrannt werden dürfen, wenn die Zwei-Grad-Grenze nicht überschritten werden soll. Der Faktor beträgt – je nach Studie – drei bis fünf. Das heißt, 66 – 80 % der Bilanz-Aktiva sind bei zivilisationserhaltendem Handeln (= wirksamer Klimaschutzpolitik) wertlos.

 

Ich möchte Sie herzlich um Antworten zu folgenden Fragen bitten:

  • Welcher Anteil der Vermögenswerte Ihrer Bank sowie ggf. beteiligter Unternehmen oder Fonds ist in Investitionen in Öl- und Gasförderfirmen und deren Zulieferer sowie in fossile Kraftwerke angelegt?
  • Wie kann ich meine Einlagen aus diesen Investitionen herausziehen?
  • Welche Anlagemöglichkeiten bietet Ihre Bank, die alle fossilen Unternehmen ausschließen und wie sind diese gekennzeichnet oder zertifiziert?
  • In wie weit hält Ihre Bank Investitionen in oder Beteiligungen an Unternehmen, die nicht an das Carbon Disclosure Project (CDP) berichten?
  • Wie nutzt Ihre Bank ihre Rolle als aktiver Aktionär bei Unternehmen mit großen Kohlendioxid-Emissionen, um ökologische und soziale Aspekte in Zukunft zu fördern?
  • Wie ist das Verhältnis Ihrer Bank zu Finanzstandorten in sogenannten Steueroasen?
  • Auf EU-Ebene wird gerade über eine verbindliche Kennzeichnung von ökologisch nachhaltigen Finanzprodukten entschieden. Inwieweit ist Ihre Bank auf die EU-Taxonomie vorbereitet – werden diese Richtlinien bis zum Stichtag 31.12.2021 umgesetzt?

Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen

Beitrag erstellt in Klima

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