SOER-Bericht 2020

Der Bericht der europäischen Umweltagentur „Die Umwelt in Europa: Zustand und Ausblick“(SOER = State of the Environment Report) ist eine alle fünf Jahre herausgegebene Analyse des Zustands der Umwelt in der Europäischen Union. Die Daten stammen aus eigenen Erhebungen der europäischen Umweltagentur (EEA), vom Europäischen Umweltinformationsdienst (EEI) und vom Beobachtungsnetzwerk Eionet, einem partnerschaftlichen Netzwerk zwischen den 27 EU-Mitgliedsstaaten und sechs kooperierenden Staaten. Zur Wahrung der hohen Qualität werden alle Artikel durch unabhängige Wissenschaftler*innen gegengeprüft.

Der Bericht ist in elf thematische Kapitel aufgeteilt

1) Artenvielfalt und Natur
2) Frischwasser
3) Land und Boden
4) Meeresumwelt
5) Klimawandel
6) Luftverschmutzung
7) Kreislaufwirtschaft
8) Chemische Verschmutzung
9) Lärmbelastung
10) Industrielle Verschmutzung
11) Umweltgefährdung und -sektoren

Alle Kapitel werden in den nächsten Wochen als zusammengefasste Version hier veröffentlicht.
Der Originaltext kann hier heruntergeladen werden:

https://www.eea.europa.eu/de/publications/die-umwelt-in-europa-zustand

Der nächste Bericht wird Ende des Jahres 2020 erwartet.

SOER-Bericht 2020, Teil 3/11: Land und Boden

SOER-Bericht 2020, Teil 3/11: Land und Boden

Bild: Rastenden Störche in den bewässerten Queichwiesen, Pirmin Hilzendegen
Das zum immateriellen Weltkulturerbe ernannte Natura 2000 Gebiet „Bellheimer Wald mit Queichwiesen“ in der Südpfalz hat durch seine besondere Art der Wiesenbewässerung eine alte Landwirtschaftstechnik wiederbelebt und die Artenvielfalt drastisch erhöht. Gleichzeitig wird der Erfolg von einem dort geplanten Erweiterungsbau der Michelin-Reifenwerke bedroht. Hier ist Europa gefragt, Flächenversiegelung in einem so wertvollen Gebiet – Ja ? Oder Nein?

Weitere Infos aus dem Kapitel „Land und Boden“ des SOER-Berichts der europäischen Umweltagentur hier:

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Bild: Von Kookaburra 81 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59154429

Spezies der Woche #6 (KW9-2020) – Der Berglaubsänger

Verbreitungsstatus Extrem selten, weniger als fünf Exemplare in Rheinland-Pfalz
Restvorkommen Bayern und Baden-Württemberg
Letzte Sichtung in Rheinland-Pfalz 2017 in der Verbandsgemeinde Otterberg
Lebensraum sonnige Waldhänge an Bergrücken bis 2000 m Höhe
Bedrohung Verbuschung, Insektensterben, Klimawandel, Lichtverschmutzung

Der Berglaubsänger gehört zu den Langstreckenziehern und überwintert südlich der Sahelzone. Er kommt vorwiegend im Mittelmeerraum vor; die Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg stellen die nördliche Grenze der Verbreitung dar.Der Berglaubsänger ernährt sich von Spinnen, Weichtieren, Insekten und deren Larven und baut sein Nest auf den Boden zwischen lückigem Gebüsch. Durch zunehmende Eutrophierung vor allem durch Luftschadstoffe wachsen an den bevorzugten kargen Sonnenhängen immer mehr Büsche, die keinen freien Bodenplätze mehr übrig lassen.

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SOER-Bericht 2020, Teil 1/11:: Artenvielfalt und Natur

SOER-Bericht 2020, Teil 1/11:: Artenvielfalt und Natur

Bild:Blick_von_der_Wegelnburg_nach_Norden -H.Schreiber

Artenvielfalt und Natur

Artenschutz – Chancen und Probleme am Beispiel Biosphärenreservat Pfälzer Wald/Nordvogesen
Eines der europäisch geschützten Flora-Fauna-Habitat-Gebiete ist das deutsch-französische Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Nordvogesen. Dieses Gebiet im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands umfasst von Nord nach Süd drei große Waldbereiche um Johanniskreuz, Hinterweidenthal und das Dahner Felsenland sowie einige kleinere Waldbestände und Wiesentäler von insgesamt rund 180 000 ha. Hier finden sich die meisten unterschiedlichen Lebensraumtypen trockener bis feuchter Standorte in Rheinland-Pfalz. Auch die Anzahl der im Gebiet vorkommenden Tierarten des Anhangs II der FFH-Richtlinie ist weit überdurchschnittlich. Streng geschützte Tierarten wie Mopsfledermaus und Bachneunauge haben hier ihre Lebensräume, Luchse wurden erfolgreich wieder angesiedelt. Neben diesen Leitarten profitieren aber auch viele weitere Tiere und Pflanzen vom Status des Schutzgebietes. Die größte Bedrohung ist der Straßenverkehr, insbesondere der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 10, sowie die französische Autobahn um Straßburg. Daher befinden sich viele bedrohte Arten trotz weiträumiger Schutzzone in schlechtem Erhaltungszustand.

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SOER-Bericht 2020, Teil 2/11: Wasser

SOER-Bericht 2020, Teil 2/11: Wasser

Bild: Triftwehr an der Wieslauter: Fotograf: Engelberger

Wasser
Das Süßwasser-Kapitel des SOER-Berichts beschäftig sich vor allem mit dem qualitativen Zustand von Oberflächen-, Trink-und Grundwasser.
Wichtigste Voraussetzung für eine gesamteuropäischen Strategie zum Wasserschutz und Wassermanagement ist eine einheitliche Erfassung der Wasserqualität innerhalb der Mitgliedsstaaten. Dies ist bisher nicht der Fall: im Moment werden 55 verschiedene Methoden parallel genutzt. Dennoch stellt die europäische Umweltagentur fest, dass genügend qualitativ hochwertiges Wasser, selbst zur Wiedervernässung von Feuchtgebieten, zur Verfügung steht. Es handelt sich vielmehr um eine Frage des Wassermanagements- und der Gefahrenabwehr.

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Bild von Rupert Kittinger-Sereinig auf Pixabay

PRESSEMITTEILUNG: Kein Blei mehr in recycelten Kunststoffen!

PRESSEMITTEILUNG, Mittwoch, 12. Februar 2020 – Straßburg

Das Europäische Parlament hat heute (Mittwoch, 12. Februar) mit absoluter Mehrheit eine Initiative der Fraktion Die Grünen/Freie Europäische Allianz unterstützt. Damit ist der Vorschlag der Europäischen Kommission, das Nervengift Blei über recycelte PVC-Kunststoffe weiter in Umlauf zu bringen, abgelehnt. Die Abgeordneten fordern die EU-Kommission auf, einen Vorschlag über Standards für recycelte und neue Kunststoffe vorzulegen.

Jutta Paulus, Mitglied im Umweltausschuss und in der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, kommentiert:

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Spezies der Woche #3 (KW6-2020) Der Biber

Spezies der Woche #3 (KW6-2020) Der Biber

Verbreitungsstatus  Extrem selten, aber steigende Tendenz
Restvorkommen  Westerwald, Schwarzbach, Bad Dürkheim,
Letzte Sichtung in Rlp  Aktuelle Sichtungen
Lebensraum Langsam fließende Gewässer mit starker Ufervegetation
Bedrohung Früher: Jagd, heute: Bauvorhaben in Ufernähe

Mehr Infos:

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Internationaler Tag der Feuchtgebiete - We want Moor!

Internationaler Tag der Feuchtgebiete – We want Moor!

ARTIKEL, Sonntag, 02. Februar 2020, Brüssel

Feuchtgebiete wie unsere Moore sind ein zentraler Schlüssel, um den Klimawandel und seine Folgen in den Griff zu bekommen. Nicht nur das, auch die Artenvielfalt profitiert davon. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind jedoch ca. zwei Drittel der Feuchtgebiete weltweit, z.T. durch systematisches Trockenlegen – verschwunden. Wir brauchen mehr Moore!

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Europäischer Grüner Deal

Europäischer Grüner Deal

ARTIKEL, Montag, 20. Januar 2020 – Brüssel

Europäischer Grüner Deal

Europäisches Parlament setzt Maßstäbe für die grüne Wende

Am 15. Januar 2020 hat eine große Mehrheit des Europäischen Parlaments die von den Grünen/EFA initiierte Resolution zum Grünen Deal angenommen.

Den Originaltext der Resolution ist auch online verfügbar: http://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-9-2020-0005_DE.html

Weitere Infos zur Resolution zum Grünen Deal gibt Jutta Paulus, Grünen/EFA-Mitglied im folgenden Artikel:

PRESSEMITTEILUNG: Verbot des Bienen-Killers Thiacloprid

PRESSEMITTEILUNG: Verbot des Bienen-Killers Thiacloprid

PRESSEMITTEILUNG, Dienstag, 14. Januar 2020 – Straßburg

Verbot des Bienen-Killers Thiacloprid

Die Zulassung des in Insektiziden verwendeten Wirkstoffs Thiacloprid läuft Ende April 2020 aus und wird nach Aussage der EU-Kommission nicht verlängert. Das bedeutet, dass der Wirkstoff danach verboten sein wird. Es ist das vierte Neonicotinoid, das in der EU vom Markt genommen wird.
 
 
Hierzu kommentiert die grüne Europaabgeordnete Jutta Paulus: