Spezies der Woche #39- der Vierblättrige Kleefarn

Der Kleefarn ist eine Wasserpflanze, die nur an einem einzigen Ort in Rheinland-Pfalz zu finden ist: Nur im Altrhein bei Altrip findet die Art einen geeigneten Lebensraum. Hier wurde sie vermutlich von Teichliebhabern gepflanzt und bildet damit das nördlichste Vorkommen in Deutschland. Nur eine einzige Wildform ist noch in Baden-Württemberg zu finden. In Bayern sind die vier bekannten Naturstandorte ebenfalls von Neuanpflanzungen besiedelt.

Verbreitungsstatus Vom Aussterben bedroht
Restvorkommen Altrheinarm bei Altrip
Letzte Sichtung in Rheinland-Pfalz 2006 bei Altrip
Lebensraum Nährstoffreiche Gewässer, die gelegentlich trocken fallen
Bedrohung Gewässereinfassung, Nährstoffeintrag, Klimawandel

 

Die Blätter bilden ein braungrünes, an der Oberseite matt glänzendes vierblättriges Kleeblatt, dessen Struktur eher an ein Ginkgoblatt als an ein Kleeblatt erinnert. Es hat einen Durchmesser von 3 bis 4 cm und schwimmt auf der Wasseroberfläche. Der Kleefarn ist die einzige Farngattung, bei der die Blätter Schlafbewegungen ausführen. Tagsüber liegen die Fiederabschnitte der Blattspreite in einer Ebene, abends und nachts hängen sie herab.

Der Kleefarn ist in der Lage, je nach Standort Wasserformen oder kleinere Landformen auszubilden, die sich im Aussehen unterscheiden. Insbesondere in häufiger trockenfallenden Gewässern ist der Kleefarn kleiner und robuster. Die Pflanze vermehrt sich vegetativ durch bewurzelte Triebe, die sich nach Ablösung von der Mutterpflanze zu eigenständigen Pflanzen entwickeln. Sogenannte Sporokarpien, die Sporenbehälter der Wasserfarne, werden nur bei Trockenfallen der Wuchsorte gebildet. Die Sporen können Jahrzehnte im Boden überdauern. Die Verbreitung erfolgt hauptsächlich durch Wasservögel, die die Sporokarpien an den Beinen haftend mit sich tragen.

Wasserbauliche Maßnahmen und die Aufgabe alter Nutzungsformen haben in der Vergangenheit viele Lebensräume zerstört. Beschattung infolge Uferbewuchs und eine zu starke Nährstoffanreicherung der Gewässer, beispielsweise durch Intensivnutzung der angrenzenden Flächen, sind die Hauptgefährdungsursachen für den Farn.

Auf Konkurrenz durch andere Pflanzen und größere Schwankungen des Wasserspiegels reagiert der Kleefarn empfindlich. Steigt der Wasserspiegel, sterben die alten Blätter ab, da die Blattstiele nicht zu einem Streckungswachstum fähig sind, und die Pflanze ist zur Bildung neuer Blätter gezwungen. Bei schnellem Wasseranstieg kann die ganze Pflanze absterben. Das macht sie empfindlich für Dürren und Starkregenereignisse in Folge des Klimawandels.

Politisch notwendig:

  • Strenger Schutz und Förderung der Restbestände
  • Bei geeigneten Habitatbedingungen Wiederansiedlung im Umfeld ehemaliger Wuchsorte
  • Maßnahmen gegen Überdüngung und Klimawandel

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Bild: Von Krzysztof Ziarnek, Kenraiz – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11218144